Steuerliche Erfassung · Soll- vs. Ist-Versteuerung · mit KI

Soll- oder Ist-Versteuerung im Fragebogen zur steuerlichen Erfassung

Der Fragebogen zur steuerlichen Erfassung fragt auch, wann du Umsatzsteuer an das Finanzamt abführst: bereits bei Rechnungsstellung (Soll-Versteuerung) oder erst bei Zahlungseingang (Ist-Versteuerung). Der Unterschied wirkt sich direkt auf deine Liquidität aus. Unsere KI prüft anhand deiner Rechtsform und deines voraussichtlichen Umsatzes, ob dir die Ist-Versteuerung nach § 20 UStG offensteht, und erklärt, was ein Antrag praktisch bedeutet, ohne dir die Entscheidung abzunehmen.

Der Unterschied zwischen Soll und Ist

Bei der Soll-Versteuerung nach § 16 UStG – dem gesetzlichen Regelfall – entsteht die Umsatzsteuer bereits mit Ausführung der Leistung und Rechnungsstellung, unabhängig davon, ob deine Kundschaft schon bezahlt hat.

Bei der Ist-Versteuerung nach § 20 UStG fällt die Umsatzsteuer erst an, wenn das Geld tatsächlich bei dir eingegangen ist. Das schont deine Liquidität, besonders bei längeren Zahlungszielen.

Wer die Ist-Versteuerung beantragen kann

  • Wer nicht bilanzierungspflichtig ist und im Vorjahr höchstens 800.000 Euro Umsatz hatte.
  • Freiberufler:innen im Sinne des § 18 EStG – unabhängig von der Höhe ihres Umsatzes (§ 20 Satz 1 Nr. 3 UStG).
  • Der Antrag erfolgt formlos, in der Praxis meist direkt über das entsprechende Feld im Fragebogen zur steuerlichen Erfassung.
  • Ohne Antrag gilt automatisch die Soll-Versteuerung als Regelfall.

Warum die Wahl für die Liquidität zählt

Wer erst nach Zahlungseingang Umsatzsteuer abführen muss, gerät seltener in Vorleistung – ein spürbarer Vorteil, wenn Kund:innen erst nach 30 oder 60 Tagen zahlen. Bei der Soll-Versteuerung kann es passieren, dass du Umsatzsteuer ans Finanzamt zahlst, bevor die Rechnung überhaupt beglichen wurde.

Für Freiberufler:innen ist dieser Vorteil besonders relevant, weil ihnen die Ist-Versteuerung unabhängig vom Umsatz offensteht, während Gewerbetreibende die 800.000-Euro-Grenze im Blick behalten müssen.

So unterstützt die KI im Fragebogen

Berechtigung prüfen

Die KI gleicht Rechtsform, Tätigkeit und Umsatzprognose gegen die Voraussetzungen des § 20 UStG ab.

Vorteil erklären

Sie erläutert konkret, wie sich Soll- oder Ist-Versteuerung auf deine Liquidität auswirken kann.

Antrag vorbereiten

Ist ein Antrag möglich und sinnvoll, markiert die KI das passende Feld im ELSTER-Datensatz.

Wie ein Wechsel später funktioniert

Ändern sich deine Verhältnisse – etwa weil du bilanzierungspflichtig wirst oder die 800.000-Euro-Grenze überschreitest – endet die Berechtigung zur Ist-Versteuerung; das Finanzamt informiert dich in diesem Fall gesondert.

Ein freiwilliger Wechsel von der Ist- zur Soll-Versteuerung ist grundsätzlich möglich, in der Praxis aber selten sinnvoll, weil er den Liquiditätsvorteil wieder aufgibt.

Auswirkung auf die laufende Buchhaltung

Bei der Ist-Versteuerung richtest du deine Umsatzsteuervoranmeldung nach dem tatsächlichen Zahlungseingang aus – offene Rechnungen fließen erst ein, sobald sie beglichen sind.

Bei der Soll-Versteuerung musst du dagegen bereits gestellte, aber noch unbezahlte Rechnungen laufend im Blick behalten, weil für sie schon eine Zahllast entstanden ist.

Häufige Fragen

Was ist der Hauptunterschied zwischen Soll- und Ist-Versteuerung?

Bei der Soll-Versteuerung entsteht die Umsatzsteuer schon mit der Rechnungsstellung, bei der Ist-Versteuerung erst mit dem tatsächlichen Zahlungseingang. Letztere schont in der Regel die Liquidität.

Können Freiberufler die Ist-Versteuerung unabhängig vom Umsatz nutzen?

Ja. Nach § 20 Satz 1 Nr. 3 UStG steht Freiberufler:innen im Sinne des § 18 EStG die Ist-Versteuerung unabhängig von der Höhe ihres Umsatzes offen.

Bis zu welchem Umsatz können Gewerbetreibende Ist-Versteuerung beantragen?

Wer nicht bilanzierungspflichtig ist, kann die Ist-Versteuerung beantragen, solange der Vorjahresumsatz 800.000 Euro nicht überschreitet.

Was gilt, wenn ich im Fragebogen nichts ankreuze?

Dann gilt automatisch die Soll-Versteuerung nach § 16 UStG als gesetzlicher Regelfall. Die Ist-Versteuerung musst du aktiv beantragen.

Prüft die KI automatisch, ob ich Ist-Versteuerung beantragen sollte?

Sie prüft anhand deiner Angaben, ob die Voraussetzungen erfüllt sind, und erklärt den Effekt auf deine Liquidität. Die eigentliche Entscheidung und Antragstellung bleibt bei dir.

Kann ich Soll- und Ist-Versteuerung je nach Kunde mischen?

Nein, die Wahl gilt einheitlich für dein gesamtes Unternehmen, nicht für einzelne Rechnungen oder Kundenbeziehungen.